09.02.2024
Erdgas: Trotz Kältewelle überdurchschnittlich gut gefüllte Speicher in Deutschland
Die Temperaturen in den Wintermonaten 2023 / 2024 liegen über der sonst üblichen Norm − mit einem Ausreißer im Januar. Dennoch gibt die Ines bei den Gasspeicher-Füllständen Entwarnung.

Quelle: enerNEWS-Partner Energie & Management

Die Initiative Energien Speichern e.V. − kurz Ines − modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung einzuschätzen. Am 8. Februar legte der Berliner Zusammenschluss aus Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher sein Februar-Update zu den verbandseigenen Gas-Szenarien vor.

Die Analyse zeigt einen Verlauf der Mitteltemperaturen in den Wintermonaten oberhalb der angenommenen Normaltemperaturen. Aus diesem Grund fanden insbesondere in den Monaten November und Dezember 2023 nur geringere Ausspeicherungen statt, wie die Ines mitteilt. Trotz einer Kälteperiode im Januar 2024 konnte die gesetzlich vorgegebene Füllstandsmenge der Gasspeicher in Höhe von 40 Prozent zum 1. Februar 2024 „deutlich übererfüllt“ werden. Am Morgen des 7. Februar waren die deutschen Erdgasspeicher laut dem Verband zu knapp 72 Prozent gefüllt. Trotz der Kältewelle im Januar bewege sich der Füllstand damit über dem historischen Mittelwert, erklärte der Verband.
 

Die Entwicklung der Gasspeicher-Füllstände im Jahresverlauf
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Quelle: Ines

Aufgrund einer Kältephase im Januar hätten die Gasverbräuche zuletzt deutlich zugenommen. Um diesen erhöhten Bedarf zu decken, sei das Gasaufkommen im Monatsmittel zu rund einem Drittel aus Gasspeichern bereitgestellt worden. „Die kurze Kältewelle im Januar hat uns deutlich vor Augen geführt, wie schnell die Gasverbräuche ansteigen, wenn es mal richtig kalt wird“, kommentierte Sebastian Heinermann das Februar-Update. Der Einsatz der Gasspeicher im Januar habe gezeigt, dass sie nicht nur zuverlässig das Gasversorgungssystem in der Balance halten, sondern im Grunde auch als einzige Flexibilität bereitstehen, wenn große Verbrauchsschwankungen auftreten, so der Ines-Geschäftsführer.

Selbst extrem niedrige Temperaturen keine Gefahr mehr

Der Verband gibt jedoch für diesen Winter Entwarnung: Selbst bei extrem niedrigen Temperaturen hält er eine umfangreiche Entleerung der Gasspeicher nicht mehr für wahrscheinlich. Selbst bei extrem niedrigen Temperaturen sei eine umfangreiche Entleerung der Gasspeicher nicht mehr zu erwarten. Der Tiefstand werde laut Ines im Szenario „Kaltwinter“ Mitte März erreicht und liege bei 28 Prozent.

Und: Eine erneut vollständige Befüllung der Gasspeicher vor dem kommenden Winter 2024/2025 sei unabhängig von den angenommenen Temperaturen möglich. Im laufenden Winter war am 5. November 2023 ein Füllstand von 100 Prozent erreicht worden.

Der Branchenverband betrachtet in seinem regelmäßigen Gasspeicher-Update drei Szenarien für die Gasversorgung in Deutschland im Restwinter und Sommer 2024:

  • Im ersten Szenario werden die Temperaturen des EU-Wetterjahres 2016 länderspezifisch zugrunde gelegt, um normale Temperaturen zu betrachten.
  • Ein zweites Szenario geht von hohen Temperaturen wie im europäischen Winter 2020 aus.
  • Ein drittes Szenario untersucht die Gasversorgung für niedrige Temperaturen entsprechend dem europäischen Winter 2010.

Während der „Sommer-Phase“ will die Ines nur alle zwei Monate Updates zu den Gas-Szenarien veröffentlichten. Im Winter erfolgen die Updates monatlich. Das nächste Update sieht der Verband für den 7. März vor.

Die 23-seitige Dokumentation „Versorgungssicherheit Gas - Ines-Szenarien (Februar-Update)“ stellt der Branchenverband auf seiner Internetseite zum Download bereit. 

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