16.02.2024
Windkraftanlagen Österreich: Blinklichter - Bundesregierung will Änderungen vornehmen
Das nächtliche Dauerblinken bei Windkraftanlagen könnte bald Geschichte sein. Die Bundesregierung (ÖVP/Grüne) will hierzu Änderungen im Luftfahrtgesetz vornehmen.

Quelle: enerNEWS-Partner energate

Mit dem Vorstoß wird eine zentrale Forderung der heimischen Windkraftbranche umgesetzt. "Wir begrüßen die geplante Änderung, die uns die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ermöglichen wird", sagte Stefanie Markut, Vorständin der W.E.B-Windenergie. Mit der Gesetzesänderung sei aber nur ein erster Schritt getan, sagte ein Sprecher der IG Windkraft gegenüber energate.

Zusätzlich brauche es noch eine Änderung in der Luftfahrtverordnung sowie in der Gebührenordnung der Luftfahrtbehörde Austro Control. Unklar sei derzeit, ob es für die Umstellung in den Systemen auch eine Änderung der Anlagengenehmigung braucht, so der Sprecher weiter. Derzeit blinken die Windräder in der Nacht dauerhaft, um eine Kollision mit Flugzeugen oder Hubschraubern zu verhindern.

Steuerung der Blinklichter

Künftig soll diese sogenannte bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK) nur noch dann erfolgen, wenn sich Flugobjekte nähern. Die Steuerung des Signallichts erfolgt dann über die Austro Control, welche auch den heimischen Luftraum überwacht. Dafür müssen die Windkraftbetreiber eine Gebühr an die Behörde entrichten. Der Kostenaufwand sei jedoch minimal, so der IG-Windkraft-Sprecher.

Durch die Umstellung auf die BNK könne sich die Dauer, der Beleuchtung der Windkraftanlagen in der Nacht jedenfalls auf knapp ein Prozent reduzieren, erklärte der Sprecher. Wann die ersten Windkraftanlagen umgestellt werden können, sei derzeit noch unklar. Eine politische Entscheidung wird frühestens für April erwartet. Dann, wenn alle rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind, dauere es noch ein paar Monate, um die Anlagen mit dem neuen System auszustatten, so der Sprecher.

Störfaktor für Bevölkerung

Vor allem von Anrainerrinnen und Anrainern wird das rotblinkende Licht bei Windkraftanlagen häufig als Störfaktor genannt. "Als Bürgerbeteiligungsunternehmen ist es uns besonders wichtig, das wird den Anliegen der Anrainerrinnen und Anrainern von Windparks so gut wie möglich nachkommen können", betonte Markut. Der niederösterreichische Landtag hatte sich bereits vor knapp zwei Jahren für eine Umstellung auf die BNK bei Windkraftanlagen ausgesprochen.

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