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01.09.2025
Mobilität: Aus für Batteriezellfertigung
Es war einer der industriellen Hoffnungsträger für die Zukunft des Autobaus in Deutschland. Nun kam plötzlich das Aus: Porsche zog bei seiner Tochter Cellforce, gegründet erst 2021, den Stecker.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Damit stehen 280 Arbeitsplätze zur Disposition; eine eigene Batterfertigung für e-mobile Lösungen hierzulande ist damit erneut gescheitert.
Der Cellforce-Standort in Kirchentellinsfurt zwischen Tübingen und Reutlingen sollte laut einer Porsche-Mitteilung eine Art „Anlauffabrik“ sein. Man wollte dort mit einem relativ geringen Produktionsvolumen starten, um dieses dann später zu erhöhen.
Laut dem Porsche-Vorstand für Forschung und Entwicklung, Michael Steiner, habe sich der Markt für elektrische Fahrzeuge weltweit nicht so entwickelt wie ursprünglich angenommen. „Am Ende müssen wir aber feststellen, dass das geplante Geschäftsmodell wirtschaftlich nicht darstellbar ist.“
Der Grund liege demnach in schwächelnden Geschäften in China und den USA. Dort habe sich der Markt bei den Elektroantrieben schlechter entwickelt als geplant. Hoffnung mache zwar eine überproportionale Entwicklung bei E-Autos in Europa, aber trotzdem wolle man Abstand von der eigenen Batterieproduktion nehmen.
Statt auf Produktion solle der Fokus nun auf Zell- und Systementwicklung liegen.
Das Ende von Cellforce ist auch ein herber Schlag für die Politik. Vom Land Baden-Württemberg flossen bislang etwa 14 Millionen Euro Förderung an Cellforce, insgesamt förderten Bund und Land das Unternehmen mit etwa 56,7 Millionen Euro.
Cellforce ist nicht der erste Fall einer gescheiterten Ansiedlung zentraler Zukunftsproduktionen in Deutschland. Zuletzt hatte die Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt den Bau einer Batteriefabrik in Schleswig-Holstein gestoppt. Laut dem Leiter des Instituts für Angewandte Materialien und Energiespeichersysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Helmut Ehrenberg, gebe es dafür viele Gründe. „Solange wir eine Überproduktion aus China haben und damit ein verzerrtes Preisniveau, werden wir in Europa einfach nicht kostendeckend produzieren können.“
In China würden mit enormen Subventionen riesige Mengen an Billigakkus produziert. Diese würden dann den Markt in Europa überschwemmen. Hinzu kämen Probleme durch die US-Handelspolitik. „Unternehmen wird es, freundlich gesagt, leicht gemacht, eher eine Produktionsstätte in den USA als in Europa einzurichten.“
Eine Produlktion in Deutschland kranke vor allem an hohen Energiepreisen und Fachkräftemangel. Ein Problem für Deutschland sei zudem die Ressourcenknappheit. Viele Materialien, die für die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus benötigt werden, müssen importiert werden – mit enormen Unsicherheiten bezüglich Preisgestaltung und Liefermengen.
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