09.09.2025
Wärmepumpen: Förderung in Deutschland zu hoch?
Hohe Subventionen in Deutschland verteuern Wärmepumpen. Davon ist der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder überzeugt. Im ARD-Sommerinterview sagte Söder, die deutsche Förderung für den Einbau einer Wärmepumpe sei „extrem“.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Sie müsse um „mindestens 50 Prozent, wenn nicht mehr, gekürzt werden“, weil dies Wärmepumpen hierzulande teurer als in anderen Ländern mache.

In der Tat zahlen Eigentümer von Wohnimmobilien in Deutschland mehr für Wärmepumpen als in anderen europäischen Ländern. Auch deshalb hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im ersten Halbjahr 2025 knapp 175.000 Förderanträge im Wert von gut 2,5 Milliarden Euro bewilligt, davon etwa 80 Prozent für den Einbau von Wärmepumpen.
 
Warum sind die Kosten in Deutschland höher? Laut dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) sei der Einbau in Bestandsgebäude technisch aufwendiger und damit kostenintensiver. „Hinzu kommen höhere Lohnkosten, der anhaltende Fachkräftemangel sowie umfangreiche Normen und Genehmigungsvorgaben.“ Gleichzeitig habe die stark gestiegene Nachfrage die Preise getrieben. Aber: „Eine Kürzung der Fördermittel würde diese strukturellen Ursachen nicht beseitigen – sie würde im Gegenteil die Investitionsbereitschaft der Verbraucher massiv schwächen.“ 

Nach einer Analyse von LCP Delta im Auftrag von Agora Energiewende fielen für Wärmepumpen (nach Abzug örtlicher Förderung) in Frankreich etwa 7.000 Euro an, in den Niederlanden 6.700 Euro. Amortisieren würden sich die entsprehenden Anlagen bereits nach drei Jahren. In Deutschland liegen die Installationskosten im Schnitt bei 12.600 Euro. 

< zurück