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09.09.2025
Strom: BNetzA berichtet zur Versorgungssicherheit
Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen von der Bundesnetzagentur erstellten Bericht zum Stand und zur Entwicklung der Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität veröffentlicht.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Darin zeigt die BNetzA, dass die sichere Versorgung mit Strom bis zum Jahr 2035 in Deutschland gewährleistet ist. Voraussetzung dafür ist jedoch das Erreichen der energiepolitischen Ziele und zusätzliche steuerbare Kapazitäten.
Je nach genauer Entwicklung werden bis zum Jahr 2035 flexibel einsetzbare Kraftwerke, in den Worten des Bundeswirtschaftsministeriums: Gaskraftwerke, mit einer Leistung von zwischen 22 und 36 Gigawatt benötigt.
Parallel werde zudem entscheidend sein, dass der Stromverbrauch flexibler auf Strompreise reagiert. Hierbei trägt der europäische Stromhandel dazu bei, die Stromversorgung nicht nur kostengünstig, sondern auch sicher zu halten. Aber auch der Netzausbau und die vorgehaltenen Reserven bleiben wichtig für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit.
Der Bericht erscheint erstaunlich spät, denn die Frist zur Abgabe beim Ministerium verstrich schon Ende Oktober 2024.
Die BNetzA analysiert anhand von Szenarien eine Bandbreite von möglichen Entwicklungen des Stromsystems. Das sogenannte Zielszenario geht davon aus, dass die gesetzlichen Ziele erreicht und die Energiewende wie vorgesehen umgesetzt wird. Dieses Szenario zeigt, dass die Versorgungssicherheit auch zukünftig gewährleistet ist. Erreicht werden in diesem Szenario die Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Erhöhung der Flexibilität und beim Netzausbau. Zusätzlich werden in diesem Szenario bis zu 22 Gigawatt bis 2035 errichtet.
Daneben untersucht der Bericht die Auswirkungen von Verzögerungen bei der Energiewende: Die Analysen zeigen, was passieren könnte, wenn die gesetzlichen Ziele nicht wie geplant erreicht werden und insbesondere neue Stromverbraucher weniger flexibel auf Strompreise reagieren. Solche Verzögerungen würden den Bedarf an steuerbaren Kapazitäten insgesamt erhöhen, auf bis zu 36 Gigawatt bis 2035. Auch könnte es durch diese Verzögerungen im Jahr 2030 zu seltenen Situationen kommen, in denen der Strommarkt die Nachfrage nicht vollständig decken kann. In solchen Fällen müssten beispielsweise zusätzliche Reserven außerhalb des Strommarktes für die Versorgungssicherheit eingesetzt werden.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zufolge sei die sichere Versorgung mit Strom zentral für die Wettbewerbsfähigkeit. „Unternehmen und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass sie zu jedem Zeitpunkt mit Strom versorgt werden. Wir haben jetzt schon angespannte Netzsituationen an besonderen Tagen und bei besonderen Wetterlagen. Das Netz darf nicht auf Kante genäht werden. Der Bericht der Bundesnetzagentur zeigt, dass wir Handlungsbedarf haben und neue steuerbare Kapazitäten, insbesondere neue Gaskraftwerke, zubauen müssen.“
Der Bericht zur Versorgungssicherheit Strom ist im Energiewirtschaftsgesetz verankert. Die BNetzA erarbeitet den Bericht alle zwei Jahre. Untersucht wird der Zeitraum bis 2035, also die mittelfristige Entwicklung der Versorgungssicherheit.
Kritik gibt es an dem Bericht vor allem aufgrund eines großen Mangels: Er geht kaum auf die Rolle von Großbatteriespeichern ein, deren Ausbau aktuell boomt wie nie zuvor. Im BNetzA-Bericht spielen sie aber bloß eine winzige Nebenrolle. Die aktuelle Marktdynamik „nach dem Start der Untersuchung (Beginn des Jahres 2024) [...] konnte in der vorliegenden Modellierung nicht umfassend abgebildet werden.“
Das im Bericht verwendete Modell geht für das Jahr 2035 von der gleichen oder sogar einer niedrigeren Batteriespeicherleistung aus als im September 2025. Wachstum lässt sich in der Projektion nur für bidirektionales Laden erkennen, also für als Netzspeicher genutzte Elektroautos.
Doch die an das Netz angeschlossene Großspeicherkapazität hat sich, legt man Zahlen der Plattform „Battery Charts“ der RWTH Aachen zugrunde, seit Anfang 2024 von 1,51 auf 2,91 Gigawattstunden erhöht. Noch schneller wächst der Bereich Heimspeicher. Unf ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.
Im Moment liegen bei den deutschen Netzbetreibern Anschlussbegehren für Großbatterien mit einer Gesamtleistung von etwa 500 Gigawatt vor. Zum Vergleich: Die benötigte Spitzenlast im deutschen Stromnetz liegt derzeit bei etwa 75 Gigawatt.
Die Energieverbände halten sich mit ihrer Kritik hieran jedoch stark zurück. Allein der Bundesverband Solarwirtschaft bemängelte, „dass die Potenziale von Batteriegroßspeichern unzureichend modelliert wurden und an der realen Entwicklung vorbeigehen“.
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