08.10.2025
Wasserstoff: Rückschlag in Bayreuth
Die Stadtwerke legen die Pläne ad acta

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Die Stadtwerke Bayreuth wollten ihre Busflotte auf Wasserstoff umstellen. Der Beschluss dazu fiel bereits 2023, im letzten Jahr wurde mit der Förderzusage des Freistaates Bayern über insgesamt zwei Millionen Euro für den Bau einer Wasserstofftankstelle ein weiterer Meilenstein genommen. Nun kam der Rückschlag: Die Stadtwerke legen die Pläne ad acta! 

Ursprünglich sah das Konzept einen lokalen Wasserstoffkreislauf vor, der über einen Elektrolyseur mit regionalem Ökostrom versorgt werden sollte. Die Abwärme des Elektrolyseurs sollte sogar für die Beheizung des geplanten Stadtwerke-Neubaus genutzt werden. Der Ansatz wurde bundesweit beachtet. Der Freistaat Bayern sagte 7 Millionen Euro Förderung zu.

Die Entscheidung pro Wasserstoff basierte seinerzeit auf einer Machbarkeitsstudie: Damals galten die Reichweiten von E-Bussen, insbesondere unter winterlichen Bedingungen in Bayreuth, noch als zu gering. Dies hätte eine unwirtschaftliche Vergrößerung der Busflotte und des Personals bedeutet. 

Nun gibt es eine neue Machbarkeitsstudie. Deren Ergebnis zeigt, dass Wasserstoff unter den aktuellen Voraussetzungen wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig ist. Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel bedauert die Entscheidung, „denn wir haben viel Arbeit in unser Projekt gesteckt – unsere Ausschreibungsunterlagen waren komplett fertig und das Konzept hatte aufgrund der Kopplung aller Sektoren – Strom, Wärme und Verkehr – bundesweit Ansehen erhalten.“ 

Als nachteilig erwiesen sich vor allem Kostensteigerungen, die auf eine nicht erfolgte Förderung durch den Bund zurückgehen. Diese Fördermittel hatte man in Bayreuth aber fest eingeplant. Das führte beim Bayreuther Wasserstoff-Projekt bereits zu deutlichen Verzögerungen. Mittlerweile hat der Bund sein Förderprogramm komplett eingestellt. 

Die Stadtwerke Bayreuth setzen nun wie viele andere Kommunen auf Elektrobusse. Diese könnten inzwischen einen ganzen Tag auf Bayreuths Straßen ohne Zwischenladung unterwegs sein. Hinzu kommt: Die Ladeinfrastruktur kann mit der Anzahl der Elektrofahrzeuge wachsen. Anders als bei einer Wasserstofftankstelle oder einem Elektrolyseur, der nur eingeschränkt erweiterbar ist, lässt sich die E-Mobilität schrittweise aufbauen – die Investitionskosten lassen sich so besser verteilen.

Unabhängig davon hoffen die Stadtwerke, dass die geleistete Arbeit rund um den Energieträger Wasserstoff dennoch Früchte trägt. „Wir haben bei den Unternehmen in unserer Region angefragt, inwiefern dieses Interesse an Wasserstoff haben – und haben positive Rückmeldungen erhalten. Darüber haben wir das bayerische Wirtschaftsministerium informiert. Möglicherweise bleibt die zugesagte Förderung für unsere Region so erhalten und jemand anderes treibt das Thema Wasserstoff voran.“ 

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