23.11.2025
Deutschland: Industriestrompreis soll energieintensive Industrie entlasten
Die Entscheidung ist gefallen: Ab 2026 sollen energieintensive Unternehmen einen sogenannten Industriestrompreis erhalten können.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Die Kosten dafür übernimmt der Steuerzahler. In den Jahren 2027 bis 2029 rechnet das Bundeswirtschaftsministerium dafür mit Auszahlungen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro. 

Der neue europäische Beihilferahmen macht eine solche Unterstützung möglich. Allerdings muss ein solcher Preis in der Geltung befristet sein, von begrenztem Umfang und ausschließlich für besonders stromintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb, die auch noch eine ökologische Gegenleistung erbringen. 

Langfristig stellt sich auch hier natürlich die Frage, wie sich die Energiewende weiter voranbringen lässt ohne die Kosten aus dem Auge zu verlieren.  

Möglich wäre eine richtige Dimensionierung des Stromnetzes und der zeitlich gestreckte Ausbau. Man könnte auch beim zubau selbstr ansetzen, sprich mehr koatengünstige Freiflächen- und weniger Aufdach-Photovoltaik zubauen, mehr Windkraft an Land und weniger Offshore-Projekte realisieren. Auch eine Reform des Strommarktdesigns, das regionale Knappheiten einplant, könnte helfen. 

Das Instrumentarium des Bundes sieht vor, den Preis für die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen. Dem Entwurf zufolge können Unternehmen die Jahre 2026 bis 2028 abrechnen lassen, die Auszahlung folgt im jeweils folgenden Jahr.

Profitieren sollen Unternehmen aus 91 Wirtschaftszweigen, in denen das Risiko einer Abwanderung ins Ausland besonders hoch ist. Dazu zählten unter anderem große Teile der chemischen Industrie, der Metallindustrie, der Glas- und Keramikherstellung, der Zementindustrie sowie der Produktion von Batteriezellen und Halbleitern. 

Welche Unternehmen am Ende profitieren, ist aber noch nicht klar. 

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