23.11.2025
Großbatteriespeicher: Boom ohne Substanz?
Die Energiewirtschaft ist, ähnlich wie andere Zweige der Wirtschaft auf dem Weg in die Zukunft, immer auf der Suche nach dem Next Big Thing. Aktuell ist einer der heißen Kandidaten dafür das Geschäftsfeld mit Großbatteriespeichern.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Laut dem Marktstammdatenregister waren Stand 15. Oktober 2025 deutschlandweit Großbatteriespeicher mit einer Gesamtbruttoleistung von etwa 2,4 Gigawatt bzw. einer nutzbaren Gesamtspeicherkapazität von rund 3,2 Gigawattstunden in Betrieb; eine weitere Gesamtbruttoleistung von rund 5 Gigawatt bzw. einer nutzbaren Gesamtspeicherkapazität von etwa 10,4 Gigawattstunden war dort als Planung erfasst. Allein zu Jahresbeginn lagen den vier Übertragungsnetzbetreibern zudem Anschlussbegehren für eine Batteriekapazität von 226 Gigawatt vor. 

Das klingt nach Goldgräberstimmung. Oder handelt es sich vielleicht doch nur um eine Spekulationsblase? Die Netzbetreiber weisen aktuell darauf hin, dass es unter den Planungen zahlreiche Phantomprojekte gibt. Trotz vieler Anfragen für Netzanschlüsse würden die meisten Batteriespeicher gar nicht gebaut.

Laut der Bundesnetzagentur wurden 2024 fast 10.000 Anschlussfragen gestellt, von denen etwas weniger als 4.000 eine Erlaubnis erhielten. Wie der Amprion-Chef Christoph Müller kürzlich auf LinkedIn schrieb würden „[r]und 65 Prozent der an uns herangetragenen Projekte [...] nicht weiterverfolgt!“. Hochgerechnet auf ganz Deutschland seien „Ende 2024 ‚nur‘ belastbare 140 Gigawatt Batterieprojekte unterwegs“ gewesen. 

Teilweise erklären sich die auftauchenden Phnatmprojekte daraus, dass in der frühen Planungsphase noch kein fester Standort fixiert wurde, zur Projektabsicherung dann mehrere infrage kommende Standorte gemeldet würden. 

Die Übertragungsnetrzbetreiber berechnen für Projekte, auch um hier die Spreu vom Weizen zu trennen, eine Gebühr von 50.000 Euro pro Netzanschlussantrag. 

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