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07.12.2025
Gasspeicher Deutschland: Füllstände verharren auf Tief
Anfang des Jahres könnte es so weit sein: Bei ungünstiger Witterungslage und daran ausgerichtetem hohen Verbrauch könnten die deutschen Gasspeicher mitten im Winter vollständig entleert werden.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Warum das passieren könnte? Die Füllstände sind derzeit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.
Stand 29.11.2025 waren die deutschen Gasspeicher zu 67 Prozent gefüllt. Das sind etwa 17 Prozentpunkte weniger als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Anfang November waren die Speicher zu etwa 75 Prozent gefüllt, d.h. fünf Prozentpunkte über der gesetzlichen Mindestmarke.
Experten sind indes, anders als in den Vorjahren, nicht übermäßig alarmiert. Zwar könnten sich die Gasspeicher in einem ungünstigen Szenario vollständig leeren, das bedeute aber nicht, dass das Erdgas zum Heizen ausgehen wird.
Grund dafür ist auch die veränderte Versorgungsstruktur, die nicht mehr bloß auf Pipelinegas, sondern verstärkt auch auf LNG setzt. Der Unterschied: Pipelinegas kam relativ gleichmäßig übers Jahr verteilt nach Deutschland. Doch auch damals war der Verbrauch in der Heizsaison naturgemäß höher als im Sommer. Als Puffer fungierten die Gasspeicher, in denen die Versorgungsunternehmen sogenanntes (günstig eingekauftes) Sommergas einspeicherten. Der Preisunterschied beim Pipelinegas zwischen Sommer und Winter machte das Gasspeichern lukrativ.
Das Problem aktuell: Die Preisunterschiede zwischen Sommer- und Wintergas gibt es auf dem globalen LNG-Markt kaum mehr. D.h. Einspeichern entwickelt sich immer mehr zu einem nicht mehr lukrativen Geschäftsmodell.
Derzeit ist die Bevorratung von Gas sogar besonders unattraktiv. Die für Deutschland inzwischen wichtigsten Förderländer Katar und USA haben massiv in die Ausweitung ihrer Kapazitäten investiert. Das Angebot auf dem Weltmarkt dürfte also weiter steigen und die Preise weiter sinken.
Langfristig könnte der Gaspreis sogar so weit sinken, dass er die europäische Energiepolitik und die angestrebte Transition von fossilen Energieträgern hin zu mehr erneuerbarer Energie behindern könnte. Sowohl für die Industrie als auch Privatverbraucher würde Gas wieder attraktiver als elektrische Alternativen – etwa die Gasheizung statt der Wärmepumpe.
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