07.12.2025
Energieeffizienz Deutschland: 50 Prozent besser als 1990
Die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz in Deutschland hat sich deutlich verbessert.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Nach vorläufigen Schätzungen der AG Energiebilanzen (AGEB) wurden im vergangenen Jahr rund 2,9 Gigajoule Primärenergie benötigt, um Waren und Dienstleistungen im Wert von 1.000 Euro zu produzieren. 

Das entspricht etwa 81 Liter Heizöl oder 805 Kilowattstunden Strom.

Damit hat sich die Energieeffizienz binnen 33 Jahren um etwa 51 Prozent gesteigert. Allerdings hat der Zuwachs zuletzt gestockt: Während die Primärenergieproduktivität gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent stieg, weist die um Witterungseinflüsse und Lagerbestandseffekte bereinigte Statistik sogar einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent aus. 

Betrschtet man die einzelnen Sektoren etwas genauer, ist die Spannweite an Effizienzsteigerungen enorm. Der Energieaufwand für die Wohnraumbeheizung hat sich seit 1991 um etwa 28 Prozent vermindert. Die jahresdurchschnittliche Abnahme der Energieintensität seit 1991 beträgt etwa 1 Prozent. Im Verkehrsbereich liegt die Effizienzverbesserung seit 1990 bei knapp 19 Prozent, also jahresdurchschnittlich deutlich unter einem Prozent.

Die Energieintensität am stärksten reduziert haben Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Hier beträgt die Effizienzsteigerung etwa 59 Prozent, stagnierte allerdings jüngst. Bei der Industrie wiederum beträgt die jahresdurchschnittliche Verbesserung rund 1,2 Prozent, aber auch dort zeigen sich veränderte Zeichen – viele Anlagen sind nicht ausgelastet, so dass der Energieeinsatz je Produktionseinheit steigt.

Die langfristigen Trends bleiben positiv: Seit 1991 sank die Primärenergieintensität im Durchschnitt um zwei Prozent pro Jahr, die Endenergieintensität um 1,4 Prozent. Dennoch zeigen die aktuellen Daten, dass kurzfristige Schwankungen und strukturelle Effekte die Interpretation erschweren. 

Die AG Energiebilanzen weist darauf hin, dass die Entwicklung der Energieintensität insbesondere in den Sektoren Industrie und GHD nicht ausschließlich auf technische Verbesserungen der Produktionsprozesse, sondern zum Teil auch auf die Effekte des sektoralen Strukturwandels zurückzuführen sind.

Im gesamten Bereich der Endenergienutzung hat sich die Energieintensität seit 1991 um etwa 42 Prozent vermindert.

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