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11.01.2026
Nachhaltigkeitsberichte: UBA-Abschlussbericht liegt vor
Das Umweltbundesamt hat sich in einem Bericht intensiv mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auseinandergesetzt.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Ziel war zu eruieren, was von den Regelungen in der Praxis ankommt und wo die Unternehmen mit Lücken rechnen müssen.
Die CSRD erhebt das bisher weitgehend freiwillig zu erbringende Thema Nachhaltigkeit zur Pflicht. Nachhaltigkeit in Unternehmen soll so prüfbar, vergleichbar und haftungsrelevant sein. Inwieweit das zutrifft, zeigt der Abschlussbericht zum Forschungsprojekt „Weiterentwicklung europäischer Nachhaltigkeitsberichtsstandards für Unternehmen“ des UBA.
Das UBA hat dabei einige wichtige, zentrale Erkenntnisse herausgearbeitet:
- Der Bericht zeigt anhand von mehreren Fallanalysen, dass große wie mittelständische Unternehmen bereits umfangreiche Umweltinformationen erheben. Diese erhobenen Daten sind jedoch nicht konsistent, nicht vollständig und nicht strategisch eingebettet. Für die ESRS reichen Einzelzahlen nicht aus, es werden Zusammenhänge, Zielpfade und Steuerungsmechanismen gefordert.
- Produktbezogene Umweltwirkungen fehlen häufig. Unternehmen erfassen zwar Materialeinsätze und Abfall, können aber oft nicht darlegen, welche Umweltwirkungen einzelne Produkte über ihren Lebenszyklus verursachen. Für ESRS E5 (Ressourcen und Kreislaufwirtschaft) ist das allerdings entscheidend.
- Überschneidungen mit Sorgfaltspflichten aus LkSG: Daten aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder aus Risikobewertungen sind hilfreich, ersetzen aber keine ESRS-Berichterstattung. Beschwerdemechanismen, Risikoanalysen oder Maßnahmenpläne müssen für CSRD anders aufbereitet und stärker quantifiziert werden.
- ESRS verlangen nicht nur Zahlen, sondern Aussagen zu Governance, Strategie und Risiko. Damit wird Nachhaltigkeit zur Aufgabe von Geschäftsführung, Controlling und Risikomanagement – nicht mehr nur der Nachhaltigkeitsabteilung.
- Unternehmen können auf vorhandene Umweltinformationen aufbauen. Sie müssen diese jedoch konsolidieren, erweitern und in eine nachvollziehbare Logik überführen. Besonders Scope-3-Emissionen, Biodiversität und produktbezogene Kennzahlen erfordern neue Prozesse.
- Wer zu spät beginnt, riskiert operative Hektik, hohe Beratungskosten und mangelhafte Datenqualität. Frühzeitige Analysen und Bewertungen senken den Aufwand und eventuelle Risiken.
Den gesamten, fast 500 Seiten umfassenden UBA-Abschlussbericht gibt es hier.
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