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26.01.2026
EU: CO2-Preis verteuert Heizen unterschiedlich
Das ab 2028 greifende einheitliche Preissystem für THG-Emissionen im Gebäudebereich wirkt sich sehr unterschiedlich auf die Heizkosten in der EU aus.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Darauf weist die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie hin. Während etwa skandinavische Haushalte entlastet werden könnten, würden in einigen mittel- und osteuropäischen Regionen die Kosten „spürbar“ steigen.
Wohngebäude verursachen rund ein Drittel des Treibhausgasausstoßes in der EU. Da diese Emissionen nicht schnell genug reduziert werden, um die von der EU gesetzten Klimaziele zu erreichen, wird das Europäische Emissionshandelssystem ab 2028 auch auf den Gebäudesektor ausgeweitet (ETS2).
Laut der Bertelsmann-Stiftung betrifft die Anpassung die Heizkosten von 100 Millionen Haushalten in der Europäischen Union. In Deutschland und den, vor allem west- und nordeuropäischen, EU-Mitgliedsstaaten, die bereits jetzt einen CO2-Preis eingeführt haben, würden die Kosten bei einem zu erwartenden Einstiegspreis von etwa 60 Euro pro Tonne CO2e demnach um durchschnittlich 17 Euro pro Jahr und Haushalt steigen.
In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, da der CO2-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 Euro je Tonne liegt.
In Polen, Ungarn, der Slowakei und weiteren osteuropäischen Staaten, wo die Dekarbonisierung des Gebäudesektors noch nicht weit vorangeschritten ist, machte ein Preis von 60 Euro pro Tonne CO2e im Durchschnitt zwischen 100 und rund 400 Euro im Jahr an Mehrkosten aus.
Damit stark betroffene Haushalte durch die Mehrkosten für fossiles Heizen nicht überlastet werden, seien effektive Ausgleichsmechanismen nötig. So führte der Experte der Bertelsmann Stiftung für europäische Wirtschaftspolitik, Thomas Schwab, aus, dass mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis genug Geld vorhanden sei, „um diese Unterstützung zu leisten – wenn die Mitgliedstaaten das Geld treffsicher ausgeben“. Die EU-Kommission müsse „sehr genau darauf achten, dass stark betroffene Haushalte tatsächlich unterstützt werden“.
In Deutschland lag der nationale Preis pro Tonne CO2e 2025 bei 55 Euro pro Tonne. Seit Anfang des Jahres werden Zertifikate zu einem Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2e versteigert.
Mehr zur Studie „Heating up Inequality“
Deutsche Kurzfassung der Studie
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