15.02.2026
Energiewende: Erneuerbare holen auf, aber die Lücke bleibt groß
Der Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt an Dynamik, doch das Tempo reicht nicht zum Erreichen der Klimaziele. Vor allem Wärme und Verkehr bremsen, moniert das DIW.

Quelle: enerNEWES-Partner Energie & Management

Der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft legt zu, dennoch verfehlt Deutschland weiterhin den notwendigen Zielpfad bis 2030. Dieses Resümee zieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ein wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in Berlin, in seinem Energiewende-Monitor für das zweite Halbjahr 2025. Studienautor Wolf-Peter Schill erklärt: „Bei der Energiewende sehen wir derzeit Fortschritte in vielen Bereichen, aber insgesamt noch nicht das Tempo, das für Klimaschutz und Energiesouveränität wünschenswert wäre.“ Schill leitet am DIW den Forschungsbereich „Transformation der Energiewirtschaft“.

Ein Blick auf die installierte Leistung verdeutlicht die Dimension. Ende 2025 erreichte die Photovoltaik 117.000 von 215.000 MW, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz für 2030 vorsieht. Damit liegt gut die Hälfte des Zielwertes vor.

Die Windkraft an Land kommt auf knapp 60 Prozent des angestrebten Niveaus. Deutlich größer fällt der Rückstand bei der Windkraft auf See aus.

Auch beim aktuellen Ausbautempo bleibt laut dem DIW Abstand zum Zielpfad. Das Forschungsinstitut definiert den für das Erreichen der 2030-Ziele notwendigen Ausbaupfad mit einem Indexwert von 100. Die Photovoltaik erreicht im zweiten Halbjahr 2025 einen Indexwert von 88 und damit 88 Prozent des erforderlichen Tempos. Die Windkraft an Land kommt auf einen Indexwert von 61, die Offshore-Windenergie lediglich auf 22. Damit nähert sich die Photovoltaik dem Zielpfad am stärksten an, während Offshore weiterhin deutlich zurückliegt.

Wärme und Verkehr bremsen

Neben der Stromerzeugung untersucht der Monitor die Sektorenkopplung. Hier erkennt das DIW zwar Fortschritte, sieht jedoch weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Wärmepumpen erreichten im zweiten Halbjahr 2025 einen Anteil von 48 Prozent an den neu installierten Heizungen. Schill betont mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität 2045: „Wir brauchen insbesondere bei Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen eine deutlich stärkere Beschleunigung.“

 
Die Energiewende braucht noch mehr Tempo, vor allem im Bereich der Elektromobilität
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: DIW Berlin

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