26.02.2026
Strom:: Marktmacht der großen Anbieter gewachsen
Die Marktmacht der größten deutschen Stromerzeuger, namentlich RWE, Leag und EnBW, ist deutlich gewachsen.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Darauf verweist das Bundeskartellamt nach der Auswertung von Zahlen aus dem Zeitraum Mai 2024 bis April 2025.

Kraftwerksbetreiber könnten bereits bei niedrigen Marktanteilen die Marktpreise erheblich beeinflussen. Untersucht hat das Kartellamt, wie häufig ein Stromerzeuger unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage war. Das gelte, wenn der Anteil dieser Stunden eine Schwelle von fünf Prozent der Jahresstunden überschreite; dies spreche dann für eine marktbeherrschende Stellung. „Nach den aktuellen Ergebnissen des Marktmachtberichts liegt RWE deutlich über dieser Schwelle. Auch für Leag werden Werte oberhalb der Vermutungsschwelle festgestellt. Die Werte für EnBW liegen in der Nähe der Schwelle, überschreiten sie jedoch nicht“.

Eine kurzfristige Entspannung der Marktmachtverhältnisse ist aktuell nicht in Sicht. Die von der Bundesregierung angekündigten Ausschreibungen für den geförderten Neubau steuerbarer Kraftwerkskapazitäten könnten frühestens in einigen Jahren zu einer spürbaren Ausweitung des Angebots führen.

Die Auswirkungen auf den Wettbewerb hingen dabei davon ab, welche Anbieter die neuen Kapazitäten betreiben würden. Laut dem Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sollten „[d]ie Ausschreibungen [...] gezielt dazu genutzt werden, bestehende Marktmacht abzubauen“. Mehr Wettbewerb auf den Stromerzeugungsmärkten zahle sich nachhaltig aus, „insbesondere in Form von niedrigeren Preisen für die Verbraucherinnen und Verbraucher“.

Hintergrund für die Entwicklung ist die Energiekrise nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022, als alte Kohlekraftwerke vorübergehend länger am Netz bleiben durften. Das Auslaufen dieser Regelung habe das inländische Angebot spürbar verknappt. „Dies führt tendenziell zu höheren Preisen, erhöht die Abhängigkeit von großen Anbietern im Stromerstabsatz und verstärkt die Bedeutung von Stromimporten in Zeiten geringer Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen“. 

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