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07.03.2026
Klimaschutz: Denkfabrik warnt EU vor Alibi-Handeln
Die Denkfabrik New Climate Institute warnt die EU in ihrem Policy Brief vor erheblichen Risiken, wenn die EU einen Teil ihrer Klimaanstrengungen durch den Kauf internationaler CO2-Zertifikate deckt.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Dies könne dazu führen, dass innerhalb Europas weniger CO2 eingespart wird.
Die Analyse der EU-Maßnahmen erfolgte im Auftrag des NGO-Bündnisses Klima-Allianz Deutschland. Konkret geht es um die Einigung, dass bis zu fünf Prozent der EU-Emissionsminderung bis zum Jahr 2040 durch den Kauf internationaler CO2-Zertifikate erfüllt werden können soll. Zugrunde gelegt ist dabei der Stand der Emissionen von 1990.
Laut dem New Climate Institut sinke hierdruch der Druck, Emissionen innerhalb der EU zu reduzieren. Maßnahmen könnten verschoben werden – mit der Folge, dass nach 2040 deutlich schneller und teurer nachgesteuert werden müsse, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.
Für Deutschland etwa könnte das konkrete Folgen haben. Ohne den Einsatz internationaler Zertifikate würden die Emissionen nach den Berechnungen der Denkfabrik bis zum Jahr 2040 auf etwa 150 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent sinken. Werden Zertifikate eingesetzt, könnten die tatsächlichen Emissionen dagegen bei über 200 Millionen Tonnen liegen – also bis zu 42 Prozent höher.
Laut Juliette de Grandpré, der Autorin des Policy Brief, lasse, wenn Deutschland und die EU die geplante Menge an internationalen CO2-Zertifikaten zukaufen, „ihnen dies erheblichen Spielraum, mehr Emissionen auszustoßen“.
Auch finanziell droht der Kauf teuer zu werden. Laut der Analyse könnten die Kosten für solche Emissionsrechte künftig so stark steigen, dass sie den Bundeshaushalt erheblich belasten. Im Extremfall könnten bis zu 37 Milliarden Euro jährlich fällig werden – eine Summe in der Größenordnung des deutschen Klima- und Transformationsfonds (KTF).
Die Auftraggeberin Klima-Allianz Deutschland fordert deshalb ein Umdenken: „Die europäischen und deutschen Klimaziele müssen durch eigene CO2-Einsparungen erreicht werden statt durch Ankäufe aus dem Ausland.“ Es müsse frühzeitig in klimafreundliche Industrie, nachhaltige Mobilität und energieeffiziente Gebäude investiert werden.
Kritik gibt es zudem an der bisherigen Praxis des internationalen CO2-Marktes. Erfahrungen aus früheren Projekten zeigen, dass viele Zertifikate keine zusätzlichen Emissionen einspareb helfen. Teilweise seien Projekte unzureichend kontrolliert worden.
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