25.04.2026
Sudie: Erneuerbare auch inklusive Systemkosten am günstigsten
Erneuerbare Energien sind die günstigste Art, Strom zu erzeugen. Das bleibt auch dann so, wenn man die Systemkosten wie notwendige Speicher und den Netzausbau mit einbezieht.

Quelle: enerNEWS-Partner ASEW

Dies ist das Ergebnis einer Studie, die an der Universität Aalborg erstellt wurde und in der Fachzeitschrift Energy erscheint.

Der Studie liegen detaillierte Daten des dänischen Energiesystems zugrunde, anhand derer die tatsächlichen Kosten für die Energieerzeugung aus verschiedenen Quellen verglichen werden. Anders als bei den Stromgestehungskosten, die nur eine Erzeugungsart geauer betrachten, nimmt das Forschungsteam sämtliche Kosten in die Berechnung auf. 

Hierzu zählen neben dem Aufbau von Speichermöglichkeiten und Elektrolyseuren zur Wasserstoffherstellung auch Flexibilisierungskosten auf der Verbrauchsseite, Maßnahmen zur Netzstabilisierung wie etwa Redispatch und den Ausbau der Übertragungskapazitäten. 

Unter Einbeziehung der Kostenabschätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) würde eine Kilowattstunde demnach kosten: aus Atomstrom 10 Cent, aus Photovoltaik 18 Cent, aus Windkraft an Land 9 Cent, aus Windkraft auf See 5 Cent und bei einer Kombination aus Photovoltaik und Windkraftanlage 4 Cent.

Diese Kosten sinken indes beträchtlich, wenn die unterschiedlichen Erzeugungsarten gemeinsam genutzt werden. Für Dänemark etwa würde Wind auf See dominieren, während Solaranlagen und kleinere Windräder an Land nur knapp ein Drittel der Stromproduktion übernehmen.
 
Zum Vergleich wurde Atomkraft genutzt, da das Gesamtenergiesystem klimaneutral sein soll. Bei Atomkraft wurde von Installationskosten von 10.000 Euro je Kilowatt Leistung ausgegangen, was 10 Milliarden Euro für einen Gigawatt-Reaktor bedeuten würde. Das entspricht grob den letzten Atomprojekten in Europa. Nicht in der Rchnung enthalten sind jedoch die Kosten für die Entsorgung des anfallenden Atommülls.

Eine interessante Erkenntnis betrifft die Verbraucherseite: Unabhängig von der Erzeugungsart zeigt die Studie, dass die Stromkosten stets sinken, sofern die Flexibilisierung auf der Verbrauchsseite vorangetrieben wird. Sowohl die Volatilität erneuerbarer Energien als auch die starre Fahrweise von Atomreaktoren lässt sich durch steuerbare Wärmeerzeuger und Ladeinfrastruktur ausgleichen. 

Um eine einfache Vergleichbarkeit zu erreichen, haben die dänischen Wissenschaftler die sogenannte systembasierte Stromgestehungskostenmetrik (SLCOE) entwickelt, eine neue Kennzahl, die alle entstehenden Kosten für die Integration einer Technik in das gesamte Energiesystem berücksichtigt. Im heutigen Stromsystem liegt die SLCOE im günstigsten Szenario, der Kombination aus Offshore-Wind, Solarenergie und Gaskraftwerken, bei 66 Euro pro Megawattstunde; Atomstrom käme auf 141 Euro je Megawattstunde.

Im anvisierten klimaneutralen Stromsystem liegen die SLCOE der Atomenergie bei etwa 100 Euro je Megawattstunde, Offshore-Windkraftwerke liegen bei 106 Euro je Megawattstunde. Dagegen sind Solaranlagen mit 178 Euro je Megawattstunde duetlicher teurer. Eine Kombination aus Offshore-Windkraftwerken und Solaranlagen kann durch die Sektorkopplung aber den mit Abstand günstigsten Strom liefern (46 Euro je Megawattstunde). 

Zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360544226009837 

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