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13.05.2026
E-Mobilität: Ladeinfrastruktur anfällig für Cyberangriffe
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einen Bericht zur IT-Sicherheit der öffentlichen Ladeinfrastruktur veröffentlicht
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Die Ergebnisse stammen aus einem gemeinsamen Projekt mit dem Bundesverkehrsministerium. Das BSI resümiert: Die Cyberbedrohung ist hoch – und sie wächst weiter.
Unter anderem analysiert der Bericht bestehende Schwachstellen. Hierzu zählen etwa der Mangel an Sicherheitsmaßnahmen auf Kommunikationsprotokollebene oder Schwachstellen in der verwendeten Software. Darüber hinaus werden Handlungsfelder in der Ladekommunikation oder Zertifikatsverwaltung aufgezeigt, um die Widerstandsfähigkeit der Ladeinfrastruktur nachhaltig zu stärken.
Mit der steigenden Anzahl an Elektrofahrzeugen wachse der Bedarf an einer flächendeckenden, leistungsfähigen und sicheren öffentlichen Ladeinfrastruktur. Eine wachsende Anzahl an Ladepunkten und eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure ließen gleichzeitig deren Cyberbedrohungslage wachsen.
Bisherige Sicherheitsanalysen hätten nur Teilbereiche der öffentlichen Ladeinfrastruktur betrachtet. Insbesondere backendseitige Systeme, beispielsweise im Bereich Abrechnung oder Lastmanagement, wurden bislang nur begrenzt untersucht. Die vorhandene wissenschaftliche Datenlage sei häufig theoretisch geprägt und nur teilweise praxisnah. Daraus ergebe sich ein deutlicher Bedarf an weiteren empirischen Analysen, die sich stärker an realen Bedrohungsszenarien orientieren.
Ein weiteres Problemfeld sei die heterogene Umsetzung von Sicherheitsmechanismen sowie die parallele Verwendung unterschiedlicher Protokolle für identische Kommunikationsabschnitte. Diese Vielfalt erhöhe einerseits die potenzielle Angriffsfläche und erschwere andererseits die Interoperabilität zwischen Systemen verschiedener Hersteller und Betreiber. Einheitlichere Vorgaben zu Sicherheitsanforderungen und Kommunikationsstandards könnten sowohl die Interoperabilität als auch das allgemeine Sicherheitsniveau der Infrastruktur verbessern.
Da Ladepunkte zunehmend vernetzt seien, stellten sie ein potenzielles Einfallstor für schwerwiegende Cyberangriffe dar. Diese könnten von Mobilitätseinschränkungen über Fahrzeug- oder Ladeinfrastrukturschäden bis hin zu Ausfällen in den übergeordneten Stromnetzen führen. Die Ladeinfrastruktur sei damit ein wichtiger Knotenpunkt im Geflecht kritischer Infrastrukturen, dessen Schutz höchste Priorität haben muss.
Insgesamt zeige die Analyse, dass die Cybersicherheit der öffentlichen Ladeinfrastruktur im aktuellen Entwicklungsstand erhebliches Verbesserungspotenzial aufweise. Angesichts des beschleunigten Ausbaus der Elektromobilität und der zunehmenden Vernetzung der Infrastruktur gewinne die Absicherung dieser Systeme weiter an Bedeutung. „Neben klareren regulatorischen Vorgaben sind insbesondere verbindliche technische Sicherheitsstandards, praxisnahe Forschung, strukturierte Schwachstellenanalysen sowie transparente Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich. Eine stärkere Verzahnung von Regulierung, technischer Standardisierung und Prüfprozessen kann dazu beitragen, Sicherheit, Interoperabilität und Zuverlässigkeit der öffentlichen Ladeinfrastruktur langfristig zu gewährleisten und damit die Grundlage für eine vertrauenswürdige und nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität zu schaffen.“
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