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18.05.2026
Gasversorgung Deutschland: Wenig Anreize für Gasspeicherfüllung
Der Initiative Energien Speichern e.V. (INES), die über 90 Prozent der deutschen und etwa ein Viertel der EU-Gasspeicherkapazitäten repräsentiert, macht das Sorgen.
Quelle: enerNEWS-Partner ASEW
Die vergangenen zwölf Monate waren unter anderem geprägt von einem spürbar höheren Erdgasverbrauch und einer intensiven Nutzung der Gasspeicher im Winter. Parallel waren die Rahmenparameter für die Wiederbefüllung der Gasspeicher eher ungünstig. Das sorgt aktuell für erhebliche Unsicherheiten mit Blick auf den kommenden Winter.
Der Initiative Energien Speichern e.V. (INES), die über 90 Prozent der deutschen und etwa ein Viertel der EU-Gasspeicherkapazitäten repräsentiert, macht das Sorgen. Am 1. Mai 2026 lag der durchschnittliche Speicherfüllstand in Deutschland lediglich bei rund 26 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Krisenjahr 2021/2022 erreicht wurde.
Technisch bleibe es zwar möglich, bis zum Beginn des Novembers den Speicherstand auf die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 76 Prozent zu bringen. Die Realisierung hänge aber wesentlich von der weiteren Preisentwicklung und vom Verhalten der Marktakteure ab.
Die infolge der Einschränkungen globaler LNG-Lieferketten stark gestiegenen Gaspreise drehen den saisonalen Sommer-Winter-Spread regelmäßig ins Negative: Gas ist für den kommenden Winter ist häufig günstiger verfügbar als für den Sommer. Damit fehlen aktuell weitgehend wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung, obwohl die Gasspeicher für die Gasversorgung im kommenden Winter eine zentrale Rolle spielen.
In einem kalten Szenario mit einem Temperaturniveau des Referenzjahres 2010 zeigen die Analysen Versorgungsknappheiten. In diesem Fall könnten in den Monaten Januar, Februar und März 2027 Unterdeckungen von insgesamt 20 Terawattstunden auftreten. In den Modellrechnungen kann an einzelnen Tagen über 35 Prozent des Gasverbrauchs nicht mehr gedeckt werden.
Laut INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann verdeutlichten die INES-Analysen, dass neben ausreichenden technischen Kapazitäten insbesondere marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen entscheidend für die Versorgungssicherheit im kommenden Winter seien. Um auch auf einen sehr kalten Winter vorbereitet zu sein, müssten Speicherkapazitäten nicht nur ausreichend gebucht, sondern auch befüllt sein. „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt.“
INES modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung zu bewerten. Für das Mai-Update wurden die Szenarien auf Basis der realen Speicherfüllstände zum 1. Mai 2026 sowie aktualisierter Temperatur- und Verbrauchsdaten berechnet.
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